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Theaterstück "Der Linksmähder von Madiswil"
Am 11. Februar 2026 fand die Startsitzung für die nächsten Aufführungen des „Linksmähders“ mit den Vertretern der sogenannten Spielgemeinde statt. Während viele Alteingesessene wissen, was dahintersteckt, ist das Theater und die Spielgemeinde nicht allen im Dorf bekannt.
Madiswil hat in seinem Wappen einen Mähder. Dies geht auf eine Sage zurück, in welcher dem Knecht Ueli aufgrund einer Liebschaft zu einer Bauerntochter die schwere Aufgabe gestellt wurde, linkshändig mit der Sense ein Kreuz in die Grossmatte zu mähen. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Sagenstoff dramatisiert und eine Theaterfassung ab 1882 aufgeführt. Es folgte eine zweite ab 1912. Nach dem zweiten Weltkrieg kam in Madiswil der Wunsch auf nach einer gründlichen Neugestaltung des Linksmähderstoffes. 1946 wurde dann die dritte und heute immer noch gespielte Theaterfassung „Der Linksmähder von Madiswil“ von Heinrich Künzi, Lehrer in Madiswil, uraufgeführt. Er verlegte die Handlung in die Zeit des Bauernkriegs (Frühsommer 1648) und übergab das Stück der Einwohnergemeinde Madiswil mit der Auflage, es alle zehn Jahre durch die beteiligten Vereine aufführen zu lassen. Andernfalls dürfe es anderweitig gespielt werden. Zur Spielgemeinde gehörten ursprünglich Damenturnverein, Frauenchor, Männerchor, Musikgesellschaft und Turnverein. Heute sind es nach einer Fusion der beiden Chöre noch vier Vereine, welche den «Linksmähder» aufführen. Vertraglich festgelegt ist zudem eine Tantieme (Beteiligung an den Theatereinnahmen) an Autor Künzi beziehungsweise seine Erben bis 70 Jahre nach seinem Tod (1980), also bis 2050.
Seit neun Jahrzehnten wird der „Linksmähder“ regelmässig in Madiswil aufgeführt – mit rund 36 Schauspielenden, 25 Helfenden, einer Probenzeit von etwa einem halben Jahr und einer Spielzeit von zwei bis drei Monaten. Nun dürfte auch bekannt sein, weshalb unsere Mehrzweckhalle „Linksmähderhalle“ heisst: Bis zum Jahr 1999 hatte Madiswil keine solche Halle und die Aufführungen fanden abwechselnd in den Säälen des Gasthof Bärens im Kirchgässli und des Restaurants Brauerei (heute „Gnuss Insle“) an der Melchnaustrasse statt. Mit der Startsitzung wurde nun die 10. Ausgabe lanciert. Sie muss bis spätestens 2030 aufgeführt werden, damit die exklusiven Rechte in Madiswil bleiben (die letzten Aufführungen fanden im Jahr 2020, gerade noch vor dem Corona-Lockdown statt).
Es wäre doch schön, wenn mit der Startsitzung und diesen Informationen das «Linksmähderfieber» im positiven Sinne wieder ausbricht. Schon bald wird wieder gerätselt, wer das Vreneli und wer den Ueli spielen darf. Es wird also interessant. Mehr zum Theater und zur Sage erfahren Sie zudem unter www.linksmaehdertheater.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. oder auf unserer Gemeindehomepage unter folgenden LINK.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich für den Linksmähder und damit für unsere Gemeinde engagieren. Das ist sehr erfreulich und lobenswert.
Andreas Hasler, Gemeindeschreiber