04.02.19
Arbeitsweg

Mein langjähriger nun pensionierter Arbeitskollege, Finanzverwalter Kurt Wyssmann, hat sich in verschiedenen Interviews zu seinem Abschied geäussert. Ein Punkt in seinen Ausführungen war der Arbeitsweg. Indem er im Dorf Madiswil wohnte und arbeitete, konnte er den Weg ins Büro zu Fuss zurücklegen. Er sass nie im Stau und musste höchstens am Fussgängerstreifen warten, bis ein Automobilist anhielt und ihn die stark befahrene Strasse überqueren liess.
Die Pendlerströme in der heutigen Zeit sind enorm. Arbeiten und Wohnen am selben Ort sind für sehr viele leider nicht mehr möglich. Das Angebot an öffentlichem Verkehr wird laufend ausgebaut. Trotzdem sind die Züge morgens und abends voll, Sitzplätze sind oft nicht genügend vorhanden. Auch die Strassen müssen ständig den laufenden Bedürfnissen angepasst werden. Durch das starke Befahren werden Sanierungen öfter nötig. Dies verschlingt riesige Summen an Steuergeldern. Die Gemeinde Madiswil leistet beispielsweise Beiträge für den öffentlichen Verkehr von rund Fr. 300‘000.00 im Jahr. Davon werden mittlerweile rund Fr. 60‘000.00 jährlich für die Bahnstation Lindenholz eingesetzt. Aktuell wird der Bahnhof Kleindietwil baulich auf den neusten Stand gebracht, der Bahnhof Madiswil wird folgen. Wir bauen Radwegverbindungen, um den schwächeren Verkehrsteilnehmenden ein sicheres Fortkommen zu gewährleisten. Der Investitionsbedarf an Schiene und Strasse wird uns auch zukünftig finanziell stark belasten. Enorm, wie viele Steuergelder ausgegeben werden, damit der Verkehr täglich rollen kann. Ich frage mich, kann das so weitergehen?
Für alle im Dienstleistungssektor Arbeitenden, welche nicht direkten Kundenkontakt haben, sollte das Arbeiten von zu Hause aus machbar sein. Mit den heutigen Internettechnologien besteht die Möglichkeit, „Homeoffice“ zu betreiben. Da sind wiederum die Arbeitgeber gefragt, neue Modelle zuzulassen. Eine weitere Option sehe ich, die Arbeitszeiten, also Arbeitsanfang und -ende flexibler zu gestalten. So wären nicht mehr alle zu den sogenannten „Stosszeiten“ unterwegs. 
Wie Kurt Wyssmann, habe auch ich das grosse Privileg, meinen Arbeitsweg täglich zu Fuss zurückzulegen. Dies schätze ich sehr und bin dafür auch dankbar. Wenn ich bedenke, wie viel Zeit ich dadurch spare und so mit meiner Familie verbringen kann, stimmt mich das sehr glücklich. Ich wünsche mir, dass es durch entsprechende Veränderungen am Arbeitsmarkt zukünftig mehr Menschen möglich ist, weniger Zeit für den Arbeitsweg einsetzen zu müssen und dadurch auch die Verkehrsinfrastrukturen zu entlasten.

 

Andreas Hasler, Gemeindeschreiber

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