29.11.17
Rüebenchilbi

„Seit Jahrzenten wird der Rüebensonntag immer am letzten Sonntag im Oktober gefeiert. Ursprünglich ein Fest des Dankes. Ein Erntedankfest. Zu den letzten Feldfrüchten, die geerntet und unter Dach gebracht wurden, gehörten die Rüben. Im 19. Jahrhundert wurden im Langetental von den Bauern überdurchschnittlich viele von ihnen angepflanzt. Besonders in Madiswil, wo sich der weite Talboden dafür besonders gut eignete. Gegen Ende Oktober beluden die Bauern ihre Wagen und fuhren mit ihren Rüben zum Laubenplatz. Dort wurde der Rübensegen versteigert. Aus der näheren und weiteren Umgebung kamen interessierte Käufer nach Madiswil. Sie wussten um die Qualität der Madiswiler Rüben. Geschnetzelte Rüben genoss vor allem das Vieh, eines der beliebtesten und bekömmlichsten Futtermittel. Der Rübenhandel blühte im Dorf. Ein gutes Geschäft wurde bald mit einem Glas Wein begossen. Man plauderte, politisierte und sang. Eine fröhliche Stimmung, meistens bis spät in die Nacht hinein. Die fröhliche Stimmung bei der Rübenversteigerung sprach sich herum und zog bald einmal fahrende Händler an, die bei dieser Gelegenheit gute Geschäfte witterten. Sie boten ihre Lebkuchen oder ihr Geschirr feil, bald kamen Kleidungsstücke und Dinge für den alltäglichen Gebrauch des Landwirts hinzu. So wuchs der Rüebensonntag langsam zu einem kleinen Fest heran. Mit der Zeit ging der Rüebenverkauf zurück und verschwand schliesslich nach dem ersten Weltkrieg ganz. Das Fest jedoch blieb. Zu den fahrenden Händlern gesellten sich bald Schausteller und die Dorfvereine betrieben bereits am Freitag- und Samstagabend ihre Festwirtschaften. Seit einigen Jahren spielt der beliebte "Räbeliechtliumzug" der Kin-der, der jeweils am Samstagabend ein eindrucksvolles Bild ergibt, wieder auf den ursprünglichen Sinn des Rüebensonntags an.“ (Quelle: Chronik 1‘200 Jahre Madiswil)

 

Unsere Madiswiler Rüebenchilbi, welche auch dieses Jahr wieder Ende Oktober stattgefunden hat, bedeutet uns eingesessenen Madiswilern so viel, wie etwa den Luzernern ihre Fasnacht, den Stadt-Bernern der „Ziebelemärit“ oder den St. Gallern ihre OLMA. Es ist ein Dorffest, welches aus einer Tradition heraus gewachsen ist.
In den letzten Monaten hatte unsere Gemeinde infolge der Bautätigkeit erfreulicherweise ziemlich viele Neuzuzüger, welche nun feststellen konnten, dass es in Madiswil diese Rüebenchilbi gibt. Sicher ist auch aufgefallen, dass Madiswil ein sehr aktives Dorf ist, mit vielen Vereinen. Ein solcher Anlass kann nämlich nur durchgeführt werden, mit vielen Helferinnen und Helfern, welche sich freiwillig engagieren. Die Rüebenchilbi belebt das Dorf und bietet für Jung und Alt, für jeden Geschmack, vieles. Ich denke, auch die neu nach Madiswil Zugezogenen sind beeindruckt und haben sich an der Chilbi erfreut.

Leider gibt es auch immer wieder Negatives zu berichten: Es entstehen Sachbeschädigungen, Schlägereien werden angezettelt. Seien wir aber ehrlich: Dies hat es schon immer gegeben und gehört wohl ein-fach zu einem solchen Grossanlass. Natürlich wird viel für die Sicherheit getan: Liegenschaften werden mittels Absperrgittern gesichert, ein Sicherheitsteam und die Kantonspolizei sorgen für Ruhe und Ordnung. Alles hat man aber nie im Griff. Bisher blieb glücklicherweise alles einigermassen im Rahmen. 

Jedenfalls würde ich es sehr bedauern, nein, es würde mir das Herz brechen, wenn infolge Sachbeschädigungen, verletzten Personen, etc. der Anlass nicht mehr durchgeführt werden könnte. Ich danke deshalb der ganzen Bevölkerung ganz herzlich für die Akzeptanz und das Verständnis, für das Ertragen von Lärm und Sachbeschädigung an ihren privaten Anlagen. Die Gemeinde kann solche Sachschäden an Privateigentum nicht tragen. Es empfiehlt sich in einem solchen Fall, bei der Kantonspolizei Anzeige zu erstatten und den Schadenfall bei seiner Gebäude-Versicherung anzumelden. 

Ich denke, die positiven Aspekte unserer Madiswiler Rüebenchilbi überwiegen stark. Jedenfalls freue ich mich schon wieder auf die nächste Chilbi, die vom 26. bis 28. Oktober 2018 stattfinden wird. Ich empfehle, diesen Termin dick in Ihrer Agenda einzutragen!

Andreas Hasler, Gemeindeschreiber

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