19.05.16
Verkehr - Eigenverantwortung

Es ist morgens gegen halb acht Uhr. Ich befinde mich zu Fuss auf dem Weg zur Arbeit. Die Verkehrslawine rollt. Ein Blick in die Fahrzeuge verrät mir: Pro Automobil kann ich eine Person ausmachen - höchst selten sind deren zwei dabei. Entsprechend ist das Überqueren des Fussgängerstreifens über die Hauptstrasse jeden Tag eine „Herausforderung“. Gerade wenn die Schranken beim Bahnübergang in der Obergasse geöffnet wurden, entsteht eine unglaublich lange Kolonne und der Verkehr rollt und rollt. Oft beobachte ich grosse Lastwagen, riesige Traktoren und dergleichen, wie diese um die Kurve bei der alten Schmitte in vollem Tempo vorbeidonnern. Meinem Gefühl nach zu beurteilen, fahren diese mehr als die erlaubten 50km/h, natürlich habe ich aber noch nie messen können... Ist es nicht so, dass die Fahrgeschwindigkeit in erster Linie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anzupassen ist? So habe ich das jedenfalls mal gelernt. 

Der Gemeinderat hat aus Kostengründen die Einführung einer Tempo 30 Zone für die Plattenstrasse und andere Quartierstrassen abgelehnt. Dies hat einige kritische Stimmen ausgelöst. Jeden Tag begehe ich diese Strasse zu Fuss oder fahre mit dem Auto dort durch. Infolge von unübersichtlichen Stellen und durch die Schikane beim Kirchenplatz, ist es fast unmöglich, dort die erlaubten 50km/h zu fahren. Es gibt aber einige Automobilisten, welche das Tempo voll ausnützen oder sogar überschreiten. In einem solchen Fall ist man als Fussgänger gefordert aufzupassen und muss zur Seite treten. Die Erstellung einer teuren 30iger Zone kann vielleicht helfen, dass langsamer gefahren wird. Sicherlich müssten aber Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen und falls nötig Bussen verhängt werden.
Geht es nicht auch anders? Kann sich nicht jeder vornehmen, gerade in den Quartierstrassen die Geschwindigkeit zu drosseln? Da stellt sich mir die Frage, wer überhaupt die Quartierstrassen befährt? Es sind nämlich meistens die Anwohner selber! Also müssen wir uns als Bewohner einer Strasse selber „an der Nase nehmen“, vernünftig und rücksichtsvoll unsere Autos zu lenken. Nur mit solch einfachen Massnahmen könnten die Autofahrer dazu beitragen, den Fussgänger, als schwächsten Verkehrsteilnehmer, genügend zu schützen. Eine Aussage, die ich immer wieder höre und mich stört ist: „Die Gemeinde muss unbedingt etwas unternehmen, ein Trottoir ist zu bauen, 30iger Zonen sind zu errichten, Verkehrsschikanen sind zu erstellen. Muss zuerst etwas geschehen, bevor gehandelt wird!“ 
Ich finde, wenn jeder seine Eigenverantwortung wahr nimmt, könnte oft auf teure Massnahmen verzichtet werden. Dies ist aber nicht nur im Strassenverkehr so, sondern auch in anderen Lebenslagen….
 
Andreas Hasler, Gemeindeschreiber

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