21.09.15
Öffentlicher Verkehr

Im August 1888 lagen die Pläne für die Eisenbahnstrecke Langenthal-Huttwil öffentlich auf. Für den Bau war die damals unendlich hoch scheinende Summe von 1,2 Mio. Franken vorgesehen. Der Staat Bern sicherte zu, einen Drittel der Baukosten zu übernehmen. Die Gemeinde Madiswil beteiligte sich damals mit Fr. 10‘000.00, die Gemeinde Leimiswil mit Fr. 27‘000.00. Nach einer Bauzeit von einem Jahr dampfte am 31. Oktober 1889 der erste Zug von Huttwil nach Langenthal…
Seither hat sich sehr vieles verändert: Bahnlinie und Züge wurden ständig modernisiert und erneuert. Bei der Eröffnung im November 1889 verkehrten pro Tag vier Züge nach jeder Richtung. Heute haben wir sogar das Angebot des Halbstundentaktes. An vier Bahnstationen kann in unserer Gemeinde zu- bzw. ausgestiegen werden: Gutenburg, Madiswil, Lindenholz und Kleindietwil. Dies alles hat natürlich seinen Preis: Unsere Gemeinde bezahlt einen Beitrag an den öffentlichen Verkehr (ÖV) an den Kanton Bern von rund Fr. 270‘000.00 pro Jahr. Der Betrag wird berechnet aufgrund der Qualität, wie eine Gemeinde mit ÖV erschlossen ist. Die Bahnstation Lindenholz beispielsweise kostet unsere Gemeinde jährlich knapp Fr. 30‘000.00. Also etwa so viel, wie 1888 die Gemeinde Leimiswil einmalig an den Bau der Bahnlinie Langenthal-Huttwil bezahlt hat.
Ich stelle fest, wir haben ein sehr gutes Angebot, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Wichtig ist, diese Möglichkeiten auch auszunutzen. Solange die Nachfrage da ist, sind die durch die öffentliche Hand geleisteten finanziellen Beiträge gerechtfertigt. Werden jedoch Angebote nicht mehr oder nur noch selten benutzt, muss überlegt werden, ob Dienstleistungen abgebaut werden können, um Kosten einzusparen. Es wird sicher nötig sein, sich zu überlegen, ob unsere Gemeinde es sich mittel- bis längerfristig leisten kann, für vier Bahnhöfe finanzielle Beiträge zu leisten oder ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt. Störend ist aus meiner Sicht, dass gerade die Parkplätze bei den Bahnstationen auf dem Land mit Gebühren belastet sind. Als Bewohner eines Aussenbezirks, wie zum Beispiel Wyssbach oder Leimiswil, ist man praktisch darauf angewiesen, zum nächsten Bahnhof ein Auto zu benützen. Aus Bequemlichkeit wird dann oft gerade zum Langenthaler, zum Huttwiler oder zum Bahnhof Herzogenbuchsee gefahren. Gebühren bezahlen muss man ja sowieso und so muss weniger umgestiegen werden. Dies belastet wiederum die ohnehin schon stark befahrenen Strassen. Um dem entgegenzuwirken, sollten die Parkplätze bei den Bahnhöfen gebührenfrei sein. Der Gemeinderat hat eine entsprechende Eingabe bei der Region Oberaargau im Rahmen der Mitwirkung des Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzeptes vorgenommen.
Die Tage werden nun wieder kürzer, wir begeben uns auf die kühlere Jahreszeit zu. Wenn die Strassen mit Schnee und Eis bedeckt sind, können wir froh sein um die sehr guten regionalen ÖV-Angebote. Aber nicht nur dann, sondern auch sonst, sollte wenn möglich das sehr gute Angebot genutzt werden…  

Andreas Hasler, Gemeindeschreiber
 

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